Naturheilpraxis Codreanu            Ganzheitliche                                                                   Beratung und Therapie     


 


11. Januar 2018, 09:52

Hunger entsteht im Kopf-oder wie unsere Hormone unser Essverhalten beeinflussen

Wo entsteht denn eigentlich das Hunger- und Sättigungsgefühl?
Richtig, es entsteht im Kopf!
Hunger ist eine Empfindung, die zentral vom Gehirn gesteuert wird und den Organismus zur Aufnahme von Nahrung anregt. Entscheidend sind dabei weniger physikalische Reize, sondern mehr hormonelle Signale außerhalb des Gehirns, etwa der Blutglukose- oder Insulinspiegel. Diese Signale werden ständig durch Rezeptoren in Leber und Magen kontrolliert und an das Gehirn, genauer gesagt an den Hypothalamus (Gehirnanhangsdrüse), weitergeleitet, wo sich das Hunger- und Sättigungszentrum befindet.

Wenn wir Nahrung aufnehmen, reagieren zuerst Druckrezeptoren im Magen auf die zunehmende Magenfüllung und Dehnung der Magenwände. Aus dem Magen wird der Nahrungsbrei langsam in den Darm weitertransportiert. Dortige Rezeptoren erkennen die einzelnen Nahrungsbestandteile und deren Energiegehalt und senden diese Informationen an das Sättigungszentrum im Gehirn. Da es einige Zeit dauern kann, bis die Nahrung in den Darm gelangt, tritt das Sättigungsgefühl meist verzögert ein. Diese Information ist gerade dann wichtig, wenn wir nach dem Mittagessen darüber entscheiden wollen, uns noch eine Portion auf den Teller zu nehmen.

Aber welche Hormone spielen denn jetzt eine „appetitliche“ Rolle, wenn es um das Hungergefühl geht?

Da wäre an erster Stelle das Insulin zu nennen, das Hormon der Bauchspeicheldrüse, das unseren Blutzuckerspiegel reguliert und vor allem Süßhunger auslösen kann. Leptin hat die Aufgabe, das Körperfett konstant zu halten und wird in den Fettzellen gebildet. Ein hoher Leptinspiegel lässt den Appetit in die Höhe schnellen. Das PYY stammt direkt aus dem Verdauungstrakt und sorgt dafür, dass das Sättigungsgefühl anhält und wir zwischen den Mahlzeiten nicht essen müssen. Cholecystokinin wird im Dünndarm gebildet, wenn der Speisebrei den Magen verlässt, außerdem regt es Verdauungsstoffe in Galle und Bauchspeicheldrüse an. Er ist maßgeblich an dem Sättigungsgefühl beteiligt. Ghrelin signalisiert uns via Gehirn, dass wir Hunger haben, er wird im Magen gebildet, wenn dieser leer ist.

Es gibt aber noch weitere Hormone, die einen Einfluss auf unser Gewicht haben, z.B. die Geschlechtshormone, hohe Östrogenspiegel interpretiert der Körper als Schwangerschaft und wir bekommen den Drang unsere Fettreserven aufzubauen, auch werden Östrogene vermehrt im Bauchfett gelagert und übernehmen hier u.a. die Hormonproduktion. So findet eine Fettumverteilung statt. Auch die Schilddrüsenhormone spielen im Wechselspiel mit den Geschlechtshormonen eine wichtige Rolle, denn ein Ungleichgewicht zwischen diesen beiden, lässt die Waage konstant nach oben zeigen. Östrogendominanz und der damit verbundene Progesteronmangel hindern den Körper daran, die vorhandenen Schilddrüsenhormone richtig zu nutzen. Fehlende Schilddrüsenhormone senken die Stoffwechselaktivität. Der Körper wird träge. Auch Stresssituationen sollte man nicht unterschätzen, denn chronischer Stress sorgt für einen dauerhaft hohen Cortisolspiegel und damit verbundenen erhöhten Blutzuckerspiegel und dann sind wir wieder bei unseren Heißhungerattacken.


Es gibt aber eine gute Nachricht, nämlich dass wir aktiv unsere Hormone beeinflussen können und somit aus dem Teufelskreis entfliehen können. Beginnen möchte ich mit einem wahrscheinlich ganz untypischen Tipp, wenn es um die Gewichtskontrolle geht:
Schlaf- ausreichend Schlaf wird heute noch mehr als früher unterschätzt. Wer zu wenig schläft, setzt Speck an. Schlafmangel wirkt sich direkt auf die Ausschüttung der Hormone aus, die unseren Appetit steuern. Es sinkt beispielsweise die Glukosetoleranz, was das Diabetesrisiko enorm erhöht. Außerdem verändert sich die Ausschüttung des Hunger-Hormons Leptin. 30min länger pro Nacht reichen schon aus, also abends einfach mal früher ins Bett gehen.

Mein zweiter Tipp richtet sich direkt an den Verdauungstrakt: Achten Sie auf einen gesunden Darm!

Antibiotika, die Pille, ungesunde Ernährungsgewohnheiten, etc. beeinflussen unser Darmmilieu maßgeblich und sind somit auch verantwortlich für Entgleisungen in diesem Bereich. Sie können mit einfachen Mitteln gegensteuern, nehmen Sie z.B. zwischen den Mahlzeiten Heilerde zu sich oder das einfachste Probiotikum, ganz ohne Zusatzstoffe, die Kanne Brottrunk, pur oder gemischt mit trübem Apfelsaft.

Ganz ohne Bewegung kommen wir nicht aus, daher mein nächster Tipp: Bewegen Sie sich bewusst und aktiv und sei es für 10min am Tag, dadurch bauen wir nämlich auch die Stresshormone ab.

Mein letzter Tipp knüpft an die Bewegung an: Bewegen Sie sich im Freien, bei Tageslicht, denn dadurch kann der Körper Licht tanken. Durch dieses natürliche Tageslicht wird im Körper die Produktion von Serotonin angeregt, dem Hormon schlechthin, das für gute Laune sorgt. Zugleich verringert sich die Bildung des Schlafhormons Melatonin. Unser Körper wird in den Wachzustand versetzt und wir fühlen uns aktiv!


18. April 2016, 14:52

Migräne-eine ganzheitliche Sicht

2002 stellt das Robert Koch-Institut fest, dass „Nach Hochrechnungen in Deutschland mindestens 2 Millionen Menschen von rezidivierenden Migräneattacken betroffen sind. (…) In stationärer Behandlung wegen Migräne befanden sich fast doppelt so viele Frauen wie Männer.​“
Dieses Ergebnis zeigt nicht nur, dass Migräne als eine Volkskrankheit gesehen werden kann, sondern es zeigt auch den großen Anteil an Frauen, die von Migräne betroffen sind.
Dass vor allem Frauen von Migräne betroffen sind, lässt sich an den typisch weiblichen Einflussfaktoren erklären, die die Gesundheit der Frau beeinflussen. Natürlich steht an erster Stelle das Hormonsystem, dem der Körper der Frau unterliegt. Das weibliche Hormonsystem steht im Kontext des Zyklus, der Wechseljahre, der Schwangerschaft und der Pille.
Darüber hinaus gibt es jedoch auch noch andere Faktoren, die die Entstehung von Migräne beeinflussen: Ernährungsweisen, Schwermetallbelastungen, Entgiftungsstörungen oder eine gestörte Darmflora.
Migräne entsteht somit nicht nur durch eine einzelne Ursache wie z. B. durch eine genetische Disposition, sondern durch das Zusammenspiel vieler einzelner Wirkfaktoren, die in ihrer Gesamtheit die Gesundheit des Menschen bestimmen.
Es haben sich in der Anamnese und Diagnostik von Migräne-Patienten und Patientinnen verschiedene Zusammenhänge gezeigt, die die Entstehung von Migräne begünstigen. Hier ein paar Beispiele: das Hormonsystem, die Ernährungsgewohnheiten, Nahrungsmittelunverträglichk­eiten, Schwermetallbelastungen, gestörte Darmflora und Zahnprobleme, um nur einige zu nennen.
Das Hormonsystem ist hierbei ein besonderes „Ursachensystem“, da es auf viele Reize reagiert und immer wieder diversen Schwankungen unterworfen ist.
Die zwei wichtigsten Sexualhormone, die eine Frau in ihrem Monatszyklus spürt, sind Östrogen und Progesteron.
Daher kommt es auch, dass Frauen immer zu einem bestimmten Zeitpunkt ihres Zyklus mit Migräne zu kämpfen haben. Kommt es bei einer Frau zu einer reduzierten Produktion von Progesteron, das vor allem in der zweiten Zyklushälfte eine Rolle spielt, wird das Gleichgewicht gegenüber dem Östrogen, was vorherrschend in der ersten Zyklushälfte ist, empfindlich gestört. Man spricht in so einem Fall von Östrogendominanz.

Die Reduktion des Progesterons kann eine Folge bestimmter Verhütungsmittel (Pille oder Hormonspirale), von Stress, Schwangerschaften, Operationen, Giftstoffen, Medikamenten oder Fehlernährungen sein.
Die Migräne kann dabei eine Folge von vielen sein. Allerdings sind die Chancen für die Entstehung einer hormonabhängigen Migräne hoch, wenn sich Menstruationsbeschwerden entwickeln.
Wenn eine hormonelle Störung als Hauptursache für die Migräneanfälle ausgemacht werden konnte, ist es möglich, mit bioidentischen Hormonen das Hormonsystem der Betroffenen zu regulieren. Da das hormonelle Ungleichgewicht jedoch selbst eine Folge von anderen Ursachen ist, müssen auch diese in die Therapie integriert werden. Beispielsweise kann sich herausstellen, dass das Hormonsystem eines Patienten empfindlich auf bestimmte Nahrungsmittel, Schwermetalle oder Kunststoffe reagiert. Ein Hormonspeicheltest kann Auskunft über eine mögliche Östrogendominanz geben. Zusammen mit bioidentischen Hormonen, einer Ernährungsumstellung und Unterstützung der Entgiftungsorgane, können Betroffene ihre Lebensqualität immens steigern.

Redakteur

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